Wir schreiben den 01. Oktober 2017, Köln – Klausis 1. Marathon

Alles begann aufgrund meines Freundes Jan Hoffmann. Dank ihm habe ich mit Lidl-Schuhen meinen ersten Halbmarathon in Worms gefinisht, in 2 Stunden 20 Minuten! 😱

Fazit damals war: Renne nie einem geilen Arsch mit Hotpants hinterher! Was ich nicht wusste war, dass sie eine absolute Top-Läuferin auf 10 km war und ich aufgrund des hohen Tempos am Ende ganz schön dumm aussah. Alles was auch nur irgendwie laufen konnte hat mich an diesem Tag überholt. Grausam!

Es sollten weitere 5 Halbmarathons folgen bis ich die 2 Stunden Marke knackte. „Ich bin bereit für die volle Distanz“, so dachte ich.

In der Zwischenzeit bin ich durch meinen Nachbarn Sebastian an eine Gruppe grüner Menschen geraten: die UNITED RUNNERS OF PFALZ 💚💚
Mittlerweile sind sie ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und ich bin sehr stolz in dieser Gruppe sein zu dürfen.

Zurück zum Thema: Marathon!

Für mein Vorhaben habe ich jemanden gebraucht, der mich begleitet, sprich trainiert. Bei den URoPs war schnell jemand gefunden: THOMAS HEIDER.

Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, mit wem ich es zu tun habe. Kollegen lachten, als sie den Namen hörten, andere ließen Sprüche fallen wie, „Du bist doch bekloppt“, oder „Ojeee“.

Ein paar Wochen später war mir klar, was damit gemeint war. „Thomas ist verrückt“, dachte ich mir, „der bringt mich noch um die Ecke“ 😉
Mein Laufpensum verdoppelte sich von dem einen auf den anderen Tag. Statt 100 km im Monat schraubte ich auf einmal 200 km. Ich habe mich über jeden freien Tag gefreut, an dem Mal nicht „Laufen“ auf dem Plan stand.

Und wehe es stand „Laufen“ auf dem Plan und ich war mal nicht: Direkt ANRUF. Ein Workaholic im Sport. Er kennt keinen Schmerz, kein Ende, kein schlechtes Wetter, schlicht: Eine Maschine!

Durch jede weitere Trainingseinheit lernte ich diese Maschine näher kennen. Und mir wurde klar, dass er gar keine Maschine ist. Dahinter steckt ein sehr liebevoller Mensch. Er hat Gefühle, die er nicht so gerne zeigt. Er ist zielstrebig und fleißig, ein liebervoller Eheman und der BESTE Trainer, den man sich wünschen kann. Ich hab ihn 💚💚 lieb gewonnen!

DANKE THOMAS. Danke für deine Zeit, deinen Fleiß, dass du immer an mich geglaubt hast. Und ebenso Danke an die liebe Chris, die im Hintergrund aktiv war!

D-Day: MARATHON

Wir sind Samstag angereist, um noch ein bisschen Zeit in der Stadt zu verbringen, in Ruhe die Marathon-Atmosphäre auf zu saugen. Unser Hotel befand sich direkt am Ziel. Am Abend vor dem Lauf trafen wir URoPs uns zum Meet and Greet (Stefan mit Familie, Wolfgang und Sofia, mein Trainer Thomas und Chris [das hat mich sehr gefreut], meine sportbegeisterte Frau, mein Sohn und mein Freund Jan mit Freundin Verena.

Um 10 Uhr ging es los, das Wetter super! Am Streckenrand mein Bruder mit Familie und Mario (wohnen alle in Köln). Die Atmosphäre einsame Spitze. Die Kölner ein herausragendes Publikum.

Wolfgang hat mich von Anfang bis zum Ende als Pacer begleitet und mich in den kritischen Phasen mit seiner Erfahrung gestärkt. Das war sehr wichtig für mich, nicht selbstverständlich diese Hilfe. Unbezahlbar! DANKE!

Im Ziel: Wolfgang und ich! © RunnersWorld

Thomas und Chris waren auch ständig in der Nähe. Sie waren mit den Rädern durch Köln unterwegs und so alle paar KM bei mir.

Bis KM 21 lief alles nach Plan. Knapp über 6 Minuten pro Kilometer. Bei KM 23 sah ich etwas GRÜNES winken. Das war mein Freund Gregor. Was eine Überraschung! Ich musste weinen .. hab ihn umarmt und bin gleich weiter, dass er die Tränen nicht sehen konnte 😉

Gregor und ich beim Finisher-Bier!

„Ich muss unbedingt im Ziel ankommen, jetzt wo sich so viele aufgemacht haben mich zu unterstützen“, so meine Gedanken. Bruder und Familie an der Strecke, dann Mario und wieder Runners. Brutal, ein Heimspiel. Die Zuschauer tun ihr übriges und jubeln mich nach vorne. Gehen? NEIN!

KM 32 und der Zugläufer mit der 4:30h auf dem Ballon lief an mir mit Leichtigkeit vorbei. „Scheisse, dran bleiben!“, genau das ging 5 Minuten gut, dann musste ich ihn ziehen lassen. Ab diesem Zeitpunkt tat einfach alles nur noch weh. Ich habe mich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation gekämpft. Und war an jeder einzelnen froh, ein wenig zu gehen. Beine total schwer, noch kein Krampf, aber definitiv härter als sonst.

Ich musste immer wieder Gehpausen einlegen, aber Wolfgang und das Publikum machten das Unmögliche möglich. Mein Name wurde gerufen und ich wurde aufgemuntert zu laufen. Mein Ehrgeiz und Wille lies mich nicht aufgeben. Am Ende gingen die KM schneller vorbei als gedacht. Dann endlich die Spitze des Doms. GOTT SEI DANK!

Die Tränen kamen, ich hab es bald gepackt. Die Flagge ausgepackt und die letzten 1000 Meter. Ich habe keinen mehr wahrgenommen. Tunnel, wo ist das Kölsch?

Zieleinlauf. © MarathonPhotos

Nach 4 Stunden 44 Minuten geschafft. Glücklich, kaputt und auch ein wenig enttäuscht über den Einbruch und die verpasste Zielzeit. Die Enttäuschung währte aber nicht lange: Ich bin im Ziel!

Ob es nochmal einen Versuch geben wird, meine Zielzeit zu erreichen, weiß ich heute leider noch nicht.

Danke an alle Runners für die Glückwünsche und Danke an alle Freunde und Bekannte, die mich unterstützt haben. Besonderer Dank am meinen Sohn und meine Frau, die am Marathon-Tag ihren Geburtstag mit mir in Köln feierte. Ich hoffe, ihr wisst, dass ihr mir sehr viel bedeutet und die Motivation gegeben habt überhaupt durchzuhalten. Ich liebe euch 😘

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