Laufabenteuer in Transylvanien

Vor rund 600 Jahren regierte Vlad III „Tepes“ Draculea Transylvanien und die Walachei. Er kämpfte mit harter Hand gegen das Osmanische Reich, Korruption und für seinen Machterhalt. Seine bevorzugte Hinrichtungsart war das Pfählen: Tepes = Der Pfähler. Auch in Kronstadt, jetzt Brasov, soll er ein paar Dutzend Geschäftsleuten, die ihm nicht ergeben genug waren, aufgespießt und verrotten lassen haben. Wobei sein Regime in deutschen Berichten als grausamer und wilder beschrieben wird als in Rumänien. Dort ist man wohl etwas Härter im Nehmen. Auch beim Traillaufen. Was Vlad nicht ahnte: Sein Wirken animierte den schottischen Schriftsteller Bram Stoker zu dessen Dracula Roman. Das löste einen Vampir-Hype mit Schloss Bran im Mittelpunkt aus. Das schaurig-schöne Ambiente zieht nun jährlich Massen von Touristen an – und im Mai eine ganz besondere Spezies: In diesem Jahr waren es knapp 600 Verrückte aus 52 Nationen, die die transylvanischen Berge erobern wollten – und ich mitten drin.

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Der Entschluss, an diesem Lauf teilzunehmen, fiel 2019. Ein paar Lauffreunde hatten Hotel und Mietwagen organisiert, ich war jünger, fitter und mutiger. Dann kamen die Verschiebungen und 2022 stand keiner von ihnen mehr auf der Startliste. So begann ich alleine, mich mit Details auseinanderzusetzen. Oh man, wofür hatte ich da gemeldet??? Distanz und Höhenmeter geben nur einen Teil der Wahrheit wieder, soviel ist klar. Der Veranstalter lässt einen über die Gefahren nicht im Unklaren: The route is unstable and unprotected, therefore there is a risk of injury and/ or death. These include, but are not limited to: collisions with vehicles, rocks, trees, other objects, people, falls, slipping, physical strain injuries, storm damage, hail, lightning, storms, fires, drowning, animals, insects, reptiles, bad conditions caused by hypothermia, insolation, dehydration, altitude sickness or physical complications caused by physical effort.

Die Gegend ist naturbelassen und von einer unglaublichen Schönheit – aber halt einsam und wild. Richtig wild. Je nach Wetter unangenehm wild. Mit Wölfen und Bären. Versorgungspunkte? Drei Stück – für mein erwartetes Tempo ziemlich weit auseinander. Dazwischen Checkpoints mit Cut-off Zeiten. Ohne Schutzhütte stehen die Helfer dort in der Wildnis, versprühen gute Laune und strahlen selbst bei Regen, Wind und Nebel um die Wette, kontrollieren, ob niemand verloren gegangen ist. Immerhin.

Anders als bei meinen bisherigen langen Läufen werde ich viel tragen müssen: 800 Kilokalorien Verpflegung, Wasser, Verbandszeug, Regenschutz, Rettungsdecke,…sind Pflicht. Die Empfehlungen des Veranstalters gehen darüber hinaus und es gibt hinreichend Berichte über die Sinnhaftigkeit. Von Planungswoche zu Planungswoche wird mein Rucksack schwerer. Schneeketten, noch mehr Schutzkleidung, die größere Powerbank, noch mehr Verpflegung. Ein Bauchgurt kommt hinzu. Natürlich wird ab sofort auch mit Gepäck trainiert. Das raubt erschreckend viel Kraft und Tempo. Ich muss gestehen, ich schwanke ich zwischen Respekt und echter Sorge, ob meine Ambitionen zu hoch geschraubt sind. Doch Aufgeben ist nicht mein Ding, also heißt es, bestmöglich vorbereitet zu sein. Danke, Chris Münzing – Laufsport Ulm, und allen die an mich geglaubt, mich mental unterstützt und mitgefiebert haben!

Tage vor der Abreise steigt die Aufregung auf ihren Höhepunkt. Doch zumindest das Drumherum ist absolut perfekt geregelt, dank Sommerkind Reisen an. Am Flugplatz Bukarest werde ich von Guide Holger in Empfang genommen. Ab da ist alles einfach. Egal woran ich noch denken muss – es wird geklärt bevor ich mir selbst die Frage stelle. Im Sommerkind Begrüßungsbeutel ist genau das, was ich vor Ort noch hatte kaufen wollen – und mehr. Die Unterkunft ist ein Traum. Sie gehört ganz uns, mit Frühstücks¬raum, Küche und Wohnzimmer zum Treffen, Entspannen, Erfahrungsaustausch. Wie toll war das in der Gruppe! Was für eine beruhigende Atmosphäre! 6 Läufer, lauter Gleichgesinnte. So ganz falsch bin ich hier wohl nicht. Nah zu Start und Ziel ist es auch. Das Einzige, was noch stört, ist der Wetterbericht.

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Neben dem Lauf gilt es, die Umgebung zu erkunden – angemessen und mit Blick auf das was vor und später hinter uns liegt: Die eindrucksvolle Bären-Auffangstation: 10% der Bären stammen aus der Wildnis, weil sie Menschen gefährlich wurden. Die, die noch im Wald sind, haben wahrscheinlich mehr Angst vor uns als wir vor ihnen. Der Rest hier sind arme Kreaturen aus Privathaltung, Zirkus oder Zoos die nun auf 70 Hektar sichtbar Spaß am Leben haben. Die wunderschöne Burg Bran, Burg Rasnow, auch Brasov sind unsere Ziele. Die sonnig-bunten Häuser lassen nichts von der schaurigen Vergangenheit ahnen. Insgesamt wirkt Rumänien modern und westlich, wunderschöne Häuser sind stilvoll renoviert und fließendes Englisch ist normal – falls man nicht auf Deutsch angesprochen wird. Und das Essen ist richtig lecker. Am Abend vor dem Lauf werden die Kohlenhydratspeicher klassisch mit Pizza gefüllt.

Renntag. Unser hundert Kilometer Läufer ist schon unterwegs, als wir uns um 5 Uhr zum Frühstück treffen. Vlad III wartet, um uns um 7 Uhr im Schlosspark unterhalb von Burg Bran das Startsignal zu geben und wirkt eigentlich ganz freundlich. Das Wetter auch – noch. Ab Nachmittag können Gewitter aufziehen. Ich entscheide mich, bewusst etwas schneller anzugehen. Ich will unbedingt vorher den Omu, den höchsten Gipfel des Bucegi-Nationalparks passiert haben. Denn viel Schutz findet man da oben nicht.

Die Strecke geht aus dem Ort über Schotter bergan und ziemlich bald im Wald steil nach oben. Richtig steil! Da kommt mir mein Himmelsleiter Training in Heidelberg zugute. Nach 5 Himmelsleitern – meine persönliche Maßeinheit für Höhenmeter – war der erste Gipfel erreicht. Zu meiner Freude laufe ich unterwegs auf Joanna und Sven auf, die sich mit Fotografieren vergnügen. Wir passierten die ersten Schneefelder. Glücksgefühle! Genau hier will ich sein! Wie dankbar ich bin, dass ich das kann! Trotz Schneeketten und Stöcken lande ich dann gleich mal auf den Po, von Sven per Video für die Ewigkeit festgehalten. Am Ende des nächsten Schneefelds sichert eine Kette den steilen Abbruch, leider schon teilweise aus der Verankerung gerissen. Läufer halten sie straff. Danke! Meine Schneeketten bieten halt im Schnee, sind auf den glatten Steinen dahinter aber wenig griffig. Zack, hänge ich in der Kette. Einen kleinen Adrenalinstoß kann ich nicht leugnen. Wir nehmen uns etwas Zeit für die traumhaft schönen Ausblicke bevor es weiter ins Tal hinab zum ersten Verpflegungspunkt – Malajesti – geht.

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Lockeres Laufen? Fehlanzeige. Richtig steil ist es auch hier. Unten wartet Essen auf uns! Nicht selbstverständlich: In der Vorwoche kam die Mail, dass die Pferde, die sonst die Verpflegung hochbringen, nicht durch die großen Neuschneemassen kommen. Die Ausstattung des VP soll jetzt über einen Hubschrauber-Abwurf oder gar nicht erfolgen – je nach Wetter. Man möge sich auf mehr Eigenverpflegung vorbereiten. Das Wetter an den Vortagen war Gott sei Dank perfekt und das Buffet ließ keine Wünsche offen. Wir haben den ersten Cut-off mit deutlich Luft gemeistert.

Es folgt der wohl spektakulärste Teil der Strecke: Zunächst noch über sanfte Wiesen mit Blumen laufend, wird es schnell wieder steiler. Im Malajesti Chimney geht es im Schnee steil nach oben. 42 Minuten brauchen wir für diesen Kilometer, aber Überholen neben der eingetretenen Spur ist für mich keine Option. Hier ist klar, was mit dem Risiko durch fallenden Menschen gemeint ist: Hoffentlich stürzt niemand.

Oben zweigt Joanna wie geplant auf die 30 km Strecke ab. Zu zweit geht es weiter. In der Rinne war uns noch richtig warm aber jetzt schnell dick anziehen, bevor man auskühlt! Eine ziemlich gute Idee, denn Wind und Nieselregen folgen. Am nächsten Schneefeld rutscht ein Läufer hinter mir unfreiwillig ab. An der Stelle Gott sei Dank nicht gefährlich, aber es dürfte ihnen viel, viel Zeit gekostet haben.

Allmählich werden die Steigungen sanfter, wir erreichen den höchsten Punkt: 2500 m, der Gipfel des Omu. 2300 Höhenmeter bergauf, 500 Höhenmeter bergab auf einer Strecke von 17 km liegen hinter uns. Ausblick? Fehlanzeige. Wir stecken mitten in der dicken Wolke. Nur schemenhaft zeichnete sich die Hütte ab. In der Kälte bleibt wenig Ruhe zum Genießen des Etappenziels. Hier wird es bald noch ungemütlicher werden, fallende Temperaturen sind angesagt. Auch wenn es unnötig geschleppt war: Es war ein gutes Gefühl, noch weitere Kleidung im Rucksack zu haben.

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Die nächste Herausforderung ist die Wegsuche im dichten Nebel. Die Bezeichnung Weg ist wohl auch eher metaphorisch. Bei den steilen Hängen und Kanten wünscht man sich eine bessere GPS Auflösung. Verlaufen kann hier ganz schön anstrengend werden. Gut dass ich nicht alleine bin. Die in verschiedene Richtungen ausstrebenden Läufer einigen sich doch recht schnell auf eine Richtung.

Etwas einfacher für die Beine geht es nun bergab. Teils wellig, teils steil, teil laufend, teils kletternd auf zur nächsten Kontrollstation. Ob hier Bären oder Wölfe sind? In 5 Metern Abstand nicht – viel weiter sieht man nicht. Aber die gute Laune lassen wir uns nicht verderben und wirklich leise sind wir nicht – auch ohne Einsatz der Anti-Bären-Trillerpfeife, die wir beim Start bekommen haben und die ebenfalls zur Pflichtausrüstung zählt.

Wir kommen tiefer, erreichen die Wolkenunterkante und haben für ein kurzes Stück die Sonne zurück, Fernblicke inklusive. Durch wellige Hügel und einen brusthohen Kiefernwald – Achtung, Stolpergefahr durch hereinragende Äste – dann einem Flusslauf bergab folgend geht es zum nächsten VP. Die Brücke ist Luxus, aber der „normale“ Weg durch den Fluss ist wegen des Schnees in diesem Jahr zu gefährlich. Der VP Pestera ist der einzige an einer Straße gelegene Punkt der Strecke. Entsprechend üppig ist die Versorgung. 27 km und die meisten Höhenmeter liegen hinter uns. Die Idee, sich nun geruhsam zu versorgen, verwerfen wir mit Blick auf die dicke schwarze Wand, die von hinter naht. Dabei hätte ich echt noch Mengen von diesen leckeren Chips futtern können. Aber wir haben noch einen weiteren Höhenzug zu überqueren.

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Der Regen erwischt uns im Aufstieg. Zwar gibt es nun abschnittsweise auch sanfte, gut laufbare Wegstücke, aber das Wasser verschlechtert die Wegbeschaffenheit zunehmend. Die Salomon SLab SG sind die beste Wahl für glitschigen Schlamm. Die Stöcke bieten zusätzlich Sicherheit und verhindern mehrfach ungewollten Bodenkontakt. Natürlich wird alles fotografisch von Sven festgehalten und auch der Veranstalter hatte viele Fotografen an der Strecke. Die Dynamik der Bilder leidet allerdings, wenn die Kamera für jedes Foto erst getrocknet werden muss.

Erste Müdigkeit setzt ein. Erstaunlich, wie anstrengend 100 Höhenmeter sind, wenn man schon 3000 in den Beinen hat. WhatsApps vom geilsten Club der Welt motivieren. Anders als im Pfälzer Wald ist in den Karpaten durchgehend Internet. Am letzten VP wird Kaffee angeboten. Juhuu! Nur hatte ich direkt vorher ein Gel genommen. Nach drei Schlucken merke ich schon, dass das offensichtlich keine gute Grundlage ist. Für die nächsten km war mein Magen der Tempo bestimmende Faktor. Viel schneller wäre es in diesen Schlammströmen aber ohnehin nicht gegangen. Gefühlt ist mir nicht kalt, aber es war doch ein Fehler, die Regenjacke nicht wieder anzuziehen. Irgendwann merkt man einfach nicht mehr, wenn man friert. Gut, dass wir schon so weit sind, die Laufbarkeit der Wege wird nicht besser. Aber schneller als auf den ersten Teilstücken läuft es hier bergab allemal noch, auch wenn es erstaunlicherweise doch immer wieder kleine Anstiege gibt. Im Höhenprofil fallen die im gar nicht auf. Ich habe das etwas höhere Tempo am Anfang nicht bereut. Die Garmin, die aus den GPS Daten die Restzeit für die Strecke berechnet, zählt die erwartete Ankunftszeit immer weiter rückwärts. Lag sie Anfangs noch über der Zielschlusszeit, unterschreitet sie inzwischen meine absolute Traumzeit. Jetzt nur noch 3 km. Wie geil! Da machte es dann irgendwie auch nichts, dass nun doch noch klar wird, wo es am Training mangelte: Schultern, Nacken und Arme beginnen zu schmerzen. OK, jetzt reicht es selbst mir tatsächlich mal. Und sollte das letzte Stück nicht irgendwie flacher sein? Auch hier ist Bergab Stockeinsatz gefordert, denn jetzt stürzen wäre einfach zu blöd. Da öffnet sich auch schon der Wald, noch ein Stück die Straße hinab, die Treppe im Schlosspark rauf und nach 12 Stunden und 4 Minuten, fast 3 Stunden vor Cut-off, sind wir im Ziel. Holger erwartet uns. Mein Rucksack fliegt in die Ecke, noch bevor die Medaillenfotos gemacht werden. Danke, Sven, für Deinen Begleitung! Es hat riesig Spaß gemacht mit Dir.

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Dauerregen macht den Aufenthalt ungemütlich, auch wenn das üppige Zielbuffet mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Ich schnappte mir ein paar Stücke Pizza und ab geht es ins Hotel unter die heiße Dusche. Wie schön ist es, die Füße hochzulegen und die Bilder des Tages im Kopf vorbeiziehen zu lassen, währen draußen der Regen rauscht. Blitz und Donner folgen, genau zum Zielschuss des 50 Kilometer Laufs. Einige kommen jetzt noch ins Ziel, der Cut-off wird hier nicht so genau genommen. Für die langsamen Hundert Kilometer Läufer wird das Rennen einige Stunden später abgebrochen. So ein bisschen Gewitter geht in Rumänien ja schon. Unser Hundert Kilometer Mann hat in weiser Voraussicht selbst auf die 50 km Distanz gewechselt, zumal seine Stöcke der Beanspruchung nicht Stand gehalten und unterwegs ihr Leben ausgehaucht haben. Wir lassen alle gemeinsam einen erlebnisreichen Tag in „unserem“ Wohnzimmer ausklingen, Erlebnisse werden ausgetauscht und Zukunftspläne geschmiedet. Der Platz in der vorderen Hälfte meiner Altersklass – Seniorinnen über 40 – zeigt: Auch bei mir ist noch Luft für Träume.

Wir lieben die Trails. Ich liebe die Trails. Wie lange wohl noch? Von der Terrasse aus sieht man Schloss Bran. Ein Blitz erhellt den Himmel. Flog da nicht gerade ein dunkler Schatten vorbei? Bram Stoker: „Only a Vampire can love (you) forever.“ Vor dem Schlafengehen öffne ich das Fenster…

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Fazit: Was für ein grandioses Erlebnis! Vampire, Wölfe, Bären und eine wirklich ambitionierte Strecke geben das gewissen Flair. Informationen zum richtigen Verhalten, angemessene Ausrüstung und last-minute Anpassungen der Streckenführung sorgen dafür, dass das Risiko überschaubar bleibt. Die Schmerzgrenze liegt allerdings schon höher liegt als bei anderen Veranstaltungen. Angeboten werden Strecken von 20 bis 100 km. Der Malajesti Chimney ist ab der 30 km Strecke enthalten, die 20 km Läufer starten im beschaulicheren hinteren Streckenteil. Bei Schönwetter-Garantie würde ich direkt zum Wiederholungstäter.

Brigitta Huckestein

Brigitta Huckestein

Mein Herz schlägt Marathon (seit 2013) und Ultratrail (seit 2016). Wenns nicht so läuft, freue ich mich auch über 3 km-Läufe. Seit 2019 ergänze ich durch swim & bike (bis MD).

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